Eine Schreibübung zum Runterkommen

Hand, die schreibt Schreibübung

Eine Schreibübung zum Entspannen, die dich erdet, mit der du wieder durchschnaufen kannst

Nimm dir eine Viertelstunde Zeit. Setze dich hin mit Stift und Papier. Spüre deine Fußsohlen auf dem Boden, den Stuhl auf deinen Oberschenkeln, die Lehne in deinem Rücken. Atme tief durch – und dann schreibe auf, was du wahrnimmst. Mit allen Sinnen und ohne Bewertung.

Ohne Bewertung heißt so viel wie: Nicht „Der Nachbar hat schon wieder den Laubbläser an“, sondern „Ich höre einen Laubbläser“. Nicht „Ich sehe Wäsche, die mein Kind noch immer nicht aufgeräumt hat“, sondern „Ich sehe Wäsche, die über der Stuhllehne hängt“. Nicht „die stinkenden Abgase“ sondern „Abgasgerüche, die beim Fenster herainkommen“.

Nimm dir bitte etwas Zeit für jede Frage und schreibe nicht nur ein Phänomen auf, sondern alles, was du siehst, hörst etc.

Was siehst du?

Beispiel: „Ich sehe die blau gemusterte Tapete, das Bücherregal …“

Welche Geräusche nimmst du wahr?

Beispiel: „Ich höre das Bimmeln der Straßenbahn.“

Was riechst du?

„Ich rieche Möbelpolitur.“

Vielleicht auch: Was schmeckst du?

„Ich schmecke den Minzgeschmack meines Kaugummis.“

Was fühlst du?

Hier ist das äußere Fühlen gemeint, also an deinen Armen, Händen, am Rest des Körpers. Denk an Temperaturen, Texturen, Druck et.

„Ich fühle eine leichte Brise, die vom Fenster kommt.“

Was nimmst du in deinem Körper wahr?

Gibt es irgendwo einen Druck oder ein leichtes Gefühl?

„Ich fühle die Verspannung in meinem Nacken.“

Abschluss der Schreibübung

Beende die Übung mit einem Satz, die den aktuellen Moment – diesen Augenblick gerade – zusammenfasst.

„Ich fühle mich leicht, wenn ich schreibe. Alles ist gut.“

Wann hilft dir diese Übung besonders?

Sie hilft dir immer dann,

  • wenn du vor lauter Arbeiten kein Durchschnaufen findest,
  • wenn du kurz Pause machst und nicht weißt, wohin mit deinen Händen (nein, Handyscrollen ist kein guter Pausensnack fürs Hirn. Eine Schreibübung schon!). 
  • Wenn du so verkopft bist, dass du dich selbst nicht mehr spüren kannst. 
  • Oder wenn dich das Grübelmonster plagt und du aus düsteren Gedankenschleifen nicht herauskommst.

Warum hilft diese Übung?

In diesem Artikel habe ich darüber geschrieben, dass das Arbeitsgedächtnis nur eine begrenzte Kapazität hat. Wenn du nun mit dieser Schreibübung dein Arbeitsgedächtnis dazu zwingst, über diese Fragen nachzudenken, kann es nicht gleichzeitig Platz für dein Grübelmonster oder andere tausend To-dos haben. Auf diese Weise kann dein Gehirn entspannen und deine Stressachsen beruhigen sich.

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Wer hier schreibt

Ich bin Daniela Pucher, Autorin und Coach mit Sinn für den Eigensinn. Wenn ich nicht gerade anderen Autor*innen helfe, ihr Sachbuch zu schreiben, schreibe ich eigene Bücher. (www.daniela-pucher.at) Und seit Anfang 2024 schreibe ich hier über das bunte, fitte, sinnvolle Leben.

Dieses Magazin ist jedenfalls kein Ich-weiß-alles-und-sag-dir-wie’s-geht-Blog. Sondern eines, das dich inspirieren soll, dir Anregungen bietet oder dich auch einfach nur unterhält. Wenn ich dich bei deinen Lebensprojekten unterstützen soll – ich freue mich auf deine Nachricht!

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